Der Haushalt 2026 für unsere Ortsgemeinde wurde genehmigt. Somit ist die Ortsgemeinde direkt ab Januar handlungsfähig.
Der Ortsgemeinderat Weinähr hat die Haushaltssatzung für das Jahr 2026 beschlossen. Die Satzung wurde von der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises als Aufsichtsbehörde genehmigt und öffentlich bekannt gemacht. Insgesamt zeigt der Haushalt eine stabile Finanzlage mit einem kleinen Überschuss.
Allerdings haben wir weiterhin dieselben Herausforderungen wie viele andere Kommunen auch: Den Haushalt überhaupt ausgeglichen zu gestalten.
Es ist eine rechtliche Vorgabe, dass jede Kommune einen ausgeglichenen Haushalt haben muss oder zumindest alles mögliche dafür unternommen hat, um ein Defizit so gering wie möglich zu halten. Das Ganze prüft die Kommunalaufsicht – für uns sitzend in der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises – und gibt den Haushalt frei oder Empfehlungen zur Verbesserung.
Für 2026 wurden bisher weder die Kreisumlage noch die VG-Umlage (plus VG-Sonderumlage 2 für die Kindergärten) erhöht. Da diese aber auch nicht geringer werden können, bedeutet das, dass nach wie vor über 90% unserer Steuereinnahmen bereits durch die Umlagen verplant sind. Hinzu kommen die laufenden Kosten, wie beispielsweise Strom für die Straßenlaternen, Entsorgungsgebühren für die Abfälle u.a. am Friedhof oder den Forst.
Es ist mehr als herausfordernd Investitionen im Ort zu tätigen, welche in den nächsten Jahren auf uns zu kommen werden. Hier wäre vor allem auch die Pflege der gemeindeeigenen Gebäude, wie mit der Rathausfassade zu nennen.
Zumindest um einiges für den Ort machen zu können, kommt das „Regionale Zukunftsprogramm Rheinland-Pfalz“ zu gute. Hiermit haben wir die Möglichkeit 43.320€ für bestimmte Projektarten zu investieren, z.B. für Spielplätze. Diese Beschaffungen und Maßnahmen erstrecken sich über die nächsten 3 Jahre.
Ansonsten konnten wir u.a. folgende Punkte einplanen:
- Neue Tür am Weinährer Wasserhäuschen
- Bordsteinschwellen für die Engstelle zwischen Gelbachbrücke und Sportplatz
- Neue Ortsschilder (werden einheitlich im gesamten Gelbach angeschafft)
- Restaurierung Dorfplatz (Remise und Pavillon)
- Ausstattung First Responder
Im Ergebnishaushalt rechnet die Gemeinde mit Erträgen von rund 672.000 Euro und Aufwendungen von etwa 664.000 Euro. Daraus ergibt sich ein Jahresüberschuss von gut 8.000 Euro. Auch der Finanzhaushalt ist ausgeglichen: Die gesamten Ein- und Auszahlungen belaufen sich jeweils auf rund 717.500 Euro, sodass sich keine Veränderung des Finanzmittelbestands ergibt.
Für Investitionen sind Auszahlungen von 26.260 Euro vorgesehen, denen Einzahlungen von 22.260 Euro gegenüberstehen. Zur Finanzierung ist die Aufnahme eines langfristigen Kredits in Höhe von 4.000 Euro eingeplant. Verpflichtungsermächtigungen für zukünftige Jahre gibt es nicht.
Die Steuersätze bleiben auf dem bisherigen Niveau. Die Grundsteuer A beträgt 345 Prozent, die Grundsteuer B 495 Prozent und die Gewerbesteuer 395 Prozent. Die Hundesteuer liegt bei 65 Euro für den ersten Hund, 85 Euro für den zweiten und 115 Euro für jeden weiteren Hund. Für gefährliche Hunde werden jeweils 650 Euro erhoben.
Das Eigenkapital der Gemeinde entwickelt sich positiv: Nach rund 738.000 Euro Ende 2025 wird für Ende 2026 ein Stand von etwa 746.000 Euro erwartet. Der Höchstbetrag der Verbindlichkeiten gegenüber der Einheitskasse wird auf 445.035 Euro festgesetzt.
Die Genauen Zahlen können der Haushaltssatzung, welche im Mitteilungsblatt vom 08.01.2026 veröffentlicht wurden, und dem Haushaltsplan 2026 entnommen werden. Diese ist auf der Webseite der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau unter Haushaltspläne der Ortsgemeinde Weinähr zu finden. Den direkten Link dorthin findet man unter Wichtiges.
Es gilt weiterhin vorsichtig zu wirtschaften, um jedes Haushaltsjahr ausgeglichen gestalten zu können und gleichzeitig wichtige und sinnvolle Investitionen für den Ort tätigen zu können.
Florian Schliemann, Ortsbürgermeister



