Weinährer Dorfgespräch 2026 – Bericht zur Einwohnerversammlung vom 1. Juni 2026

Am Montagabend, den 1. Juni 2026, fand ab 18:34 Uhr das diesjährige Weinährer Dorfgespräch statt. Rund 30 Weinährerinnen und Weinährer folgten der Einladung zur Einwohnerversammlung. Als Gäste und Redner waren Verbandsgemeindebürgermeister Uwe Bruchhäuser sowie Revierförster Johannes Jäger eingeladen.

Veranstaltungsbild aus dem Weinährer Rathaus im Rahmen des Dorfgesprächs 2026 - Redner Ortsbürgermeister Florian Schliemann

Forst – Themen rund um unseren Wald

Der Wald ist für Weinähr von großer Bedeutung – wirtschaftlich, als Erholungsraum und als Lebensraum. Entsprechend nahm das Thema Forst einen breiten Raum in der Versammlung ein.

Pflege der Waldwege

Im vergangenen Winter wurde im Sülzbachtal eine Furt gebaut, um den Wasserfluss besser zu steuern. Aktuell sind der untere und obere Rother Weg von Geröll befreit worden – sowohl wegggeschaufelt als auch gekehrt – und die Hauptwege wurden geschoben. Als nächste Schritte stehen die Wiederherstellung des Weges vom Buswendeplatz bis zum Sannersberg, das Mulchen der Wege sowie das Freischneiden der Wege nach oben hin auf dem Plan.

Holzverkauf in Weinähr

Wirtschaftlicher Hauptabnehmer des Weinährer Holzes ist die Industrie. Die privaten Holzbestellungen beliefen sich in den vergangenen Jahren auf durchschnittlich 10. Der Bestellprozess erfolgt Verbandsgemeinde-weit, wobei jeder Ort seine eigenen Holzpreise hat und die Einwohnerinnen und Einwohner an die jeweiligen Ortspreise gebunden sind. Der Lageort des Holzes muss dabei nicht zwingend in der eigenen Ortsgemeinde liegen – in diesem Jahr musste das Holz aus Hömberg bezogen werden. Die Festlegung auf einen festen Ablageort ist wirtschaftlich schwierig, da die damit verbundenen Kosten auf die Besteller umgelegt werden müssten. Hier erläuterte Revierförster den Ablauf und was zum diesjährigen Lageort führte.

Abschließend schlug er gemeinsam mit Ortsbürgermeister Florian Schliemann vor, dass auch ein fixer Platz bestimmt werden könne, wenn dafür die Besteller für die Mehrkosten aufkommen. Auf den eigentlichen Holzpreis kämen dann zusätzliche 7 Euro pro Raummeter hinzu. Ortsbürgermeister Schliemann gab die Option den Holzbestellern mit und bat gleichzeitig um Rückmeldung, ob sie dies mitgehen würden. Gemäß einer demokratischen Mehrheit würde sich der Ortsgemeinderat dann entsprechend um die Umsetzung kümmern.

Zustand unserer Wälder & Fragen der Einwohnerschaft

Revierförster Johannes Jäger erläuterte eingehend die Herausforderungen in der Forstwirtschaft, verdeutlicht unter anderem am Beispiel des Sülzbachtals. Er ging dabei auf die Fragen der Einwohnerinnen und Einwohner zum Thema Holzverkauf und Holzablageflächen ein und berichtete über die klimatischen Probleme, mit denen der Wald konfrontiert ist, sowie über Maßnahmen, die ergriffen werden, um dem entgegenzuwirken.

Waldbegehung am 12. September 2026

Für Samstag, den 12. September 2026 um 9:30 Uhr ist eine Waldbegehung gemeinsam mit Revierförster Johannes Jäger geplant. Eine gesonderte Einladung mit Startort und weiteren Details wird rechtzeitig erfolgen.

Hochwasserschutz

Ummelbach

Am Ummelbach hatte eine Verstopfung der Verrohrung dazu geführt, dass Wasser über das angrenzende Grundstück Hinterwiesen abfloss. Nach verschiedenen Versuchen, das Problem zu beheben, musste letztendlich das Rohr zunächst gefunden und anschließend großzügig mit dem Bagger ausgekoffert werden. Künftig soll dort ein natürlicher Rechen aus Natursteinen installiert werden, um zu verhindern, dass Unrat das Rohr verstopft.

Schutzmauer am Gelbach

Die Kreisverwaltung befindet sich aktuell in der Planung zur Sanierung der Schutzmauer am Gelbach, mit dem Fokus auf den Bereich zwischen der Gelbachbrücke und dem Rathaus. Ursache ist die Unterspülung der Mauer sowie das teilweise Wegbröckeln des Mauerwerks. Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Neben der Wiederherstellung der Mauer für einen langfristigen Erhalt ist auch die Entfernung von Landungen in diesem Bereich vorgesehen, um den Gelbach zu verbreitern und damit die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren. Die Mauer am Sportplatz ist aktuell noch kein Thema, da sie als weit genug vom Flusslauf entfernt gilt.

Weitere Maßnahmen geplant

Neben den baulichen Maßnahmen liegt die Verantwortung für den Schutz von Eigentum und Grundstück grundsätzlich bei jedem selbst. Zur Unterstützung werden verschiedene Vorträge organisiert. Geplant ist unter anderem ein Vortrag des Brand- und Katastrophenschutzes des Rhein-Lahn-Kreises zu Hilfsmaßnahmen und Notfallplanung. Darüber hinaus soll das Tool „Hydro-Zwilling“ vorgestellt werden, das es ermöglicht zu simulieren, wie sich etwa ein Starkregenereignis auf das eigene Grundstück auswirken könnte. Auch die Verbandsgemeinde plant im Bereich Krisenmanagement weitere Schritte, unter anderem die Einrichtung sogenannter Leuchttürme sowie die Vorhaltung von Stromaggregaten.

Aktuelle Themen und Projekte der Ortsgemeinde

Glasfaserausbau

Der Glasfaserausbau ist weiterhin nicht abgeschlossen. Ein neues Generalunternehmen wurde offiziell noch nicht vorgestellt (Stand vom 21. Mai 2026). Aktuell ist ein Unternehmen der UGG vor Ort tätig und arbeitet vorrangig daran, bereits vorhandene Leitungen ins Haus zu bringen. Die Kommunikation seitens der UGG gestaltet sich leider weiterhin schleppend.

K5

Zur Kreisstraße K5 saßen nochmals alle Beteiligten zusammen. Einige finanzielle Aspekte müssen noch weiter recherchiert und besprochen werden – hier sind vor allem die Kreisverwaltung und das Landesbetrieb Mobilität gefordert. Die Abstufung der Straße wird kommen, der genaue Zeitpunkt ist jedoch noch offen. Da aktuell kein Zeitdruck besteht, ist davon auszugehen, dass es noch einige Jahre dauern wird.

Flurbereinigung

Die Flurbereinigung schreitet weiter voran. Aktuell wird der Bereich Ackerbergen weiter vorbereitet, anschließend soll das Provisorium am unteren Rother Weg ersetzt werden. Wann die nächste Bestückung erfolgt, ist noch nicht bekannt. Die Wiederherstellung des oberen Rother Wegs mit einer neuen Teerschicht ist erst zum Projektende vorgesehen.

Verkehrsberuhigung im Ort

Die Engstelle zwischen der Gelbachbrücke und dem Sportplatz wird dauerhaft mit Leitschwellen versehen, um durch eine optische Verengung die Geschwindigkeit zu reduzieren. Zudem werden in der Hauptstraße demnächst Parktaschen eingezeichnet – zunächst für eine Testphase von drei Monaten mit gelber Markierung. Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind ausdrücklich eingeladen, Feedback zu geben, etwa ob eine Parktasche zu störend ist, versetzt werden sollte oder ob an einer Stelle eine weitere fehlt. Nach der Auswertung der Testphase werden die Parktaschen dauerhaft in Weiß eingezeichnet. Für die Zukunft ist geplant, weitere Messanlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung zu installieren und das Gespräch mit der Polizei zwecks regelmäßiger Kontrollen zu suchen.

Dorfplatz

Am Dorfplatz tut sich einiges: Die Pergola wird restauriert, neue Holzbalken sind bereits bestellt. Das Holz an der Remise erhält einen Pflegeanstrich, und in der Remise selbst wurde schon kräftig ausgemistet – zur Kirmes hin wird dort mehr Platz zur Verfügung stehen. Ein besonderer Dank gilt der Rentnerband, die die Weinkelter wieder auf Vordermann bringt.

Der Weinautomat ist wieder in Betrieb – allerdings ausschließlich mit alkoholfreien Getränken, da dies eine Vorgabe des Ordnungsamts ist.

Projekte – Regionales Zukunftsprogramm

Weinähr stehen im Rahmen des Regionalen Zukunftsprogramms Fördermittel in Höhe von rund 43.000 Euro zur Verfügung. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbandsgemeinde haben hervorragende Arbeit geleistet, sodass der Großteil der beantragten Projekte VG-weit genehmigt wurde. Bereits beschafft wurden eine Beschallungsanlage für das Rathaus, eine Kompotoi (Kompost-Toilette) für den Bereich am Gipfelkreuz – die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann – sowie neue Ruhebänke und Tische aus Kunststoff, die noch aufgestellt werden müssen. In Planung befinden sich der Umbau am Festplatz zur besseren Nutzung als Bauhof und für Veranstaltungen, ein großes Klettergerüst mit Rutsche am Spielplatz am Bachweg sowie weitere neue Spielgeräte für beide Spielplätze.

Themen & Informationen der Verbandsgemeinde BEN

Verbandsgemeindebürgermeister Uwe Bruchhäuser ergänzt zunächst die bis dato von Ortsbürgermeister Schliemann genannten Themen um weitere Informationen: den Stand des Glasfaserausbaus, zur Abstufung der K5, die Sanierung der Hochwasserschutzmauer durch die Kreisverwaltung und das Regionale Zukunftsprogramm.

Darüber hinaus berichtete über eine Reihe aktueller VG-weiter Themen:die Kitas und Schulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde sowie geplante Maßnahmen und die Kostenentwicklung im Bereich Wasser und Abwasser.

Veranstaltungsbild aus dem Weinährer Rathaus im Rahmen des Dorfgesprächs 2026 - Redner Verbandsgemeindebürgermeister Uwe Bruchhäuser

775 Jahre Weinähr – Ein Jubiläumsjahr 2027 wird geplant

Im Jahr 2027 feiert Weinähr sein 775-jähriges Bestehen. Geplant sind voraussichtlich neun größere Veranstaltungen, darunter der Neujahrsempfang, Fassenacht, eine Winterwanderung verbunden mit der Eröffnung der 3-Hütten-Wanderung, das Erdbeerfest, die Kirmes, der Gelbachtaltag mit Gewerbeschau und Hand-Made-Markt, ein Weinfest sowie der Adventszauber mit Adventsmarkt. Die Hauptveranstaltung wird das Dorfspielefest sein – der Termin steht bereits fest: 14. und 15. August 2027. Ergänzend sind kleinere Events angedacht, darunter eine Bottle-Party zum 100-jährigen Jubiläum der Friedenslinde sowie ein Bilder- und Filmabend.

Termine & Ankündigungen

Folgende Termine stehen in den kommenden Monaten an:

  • 12.–14. Juni 2026: Dorfkirmes
  • 12. Juli 2026: Gelbachtaltag
  • 05. September 2026: Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses
  • 26. September 2026: Friedhofstag
  • 17. Oktober 2026: Umwelttag

Einwohnerfragestunde

In der abschließenden Fragestunde kamen verschiedene Themen zur Sprache.

Es wurde darauf hingewiesen, dass an einigen Stellen Hinweisschilder zur Marienkapelle (Bergkapelle) fehlen. Das Anliegen wird aufgegriffen.

Ein weiteres Ärgernis wurde angesprochen: Hundekotbeutel werden immer wieder achtlos auf Wiesen und an Wiesenrändern entsorgt, anstatt sie ordnungsgemäß zu entsorgen. Das hat zur Folge, dass der Gemeindearbeiter und ehrenamtliche Helfer damit konfrontiert werden – ein absolut unnötiger und unzumutbarer Zustand, der sich mit einem Mindestmaß an Rücksicht vermeiden ließe.

Thematisiert wurde auch die Pflege von Gräbern auf dem Friedhof. Immer wieder fallen Gräber auf, die keine ordentliche Fassung mehr haben, abgesackt sind oder von Unkraut überwuchert werden. Hier muss jedoch jeder Einzelfall sorgfältig geprüft und entsprechende Regeln und Prozesse eingehalten werden – falsche oder vorschnelle Entscheidungen könnten schnell als pietätlos gelten.

Zum Thema Hochwasserschutz wurde die Frage aufgeworfen, wie es dazu kommt, dass immer wieder größere, bereits geschnittene Bäume am alten Wehr auftauchen und dort zu einem Rückstau führen können. Hierzu gilt: Eine private Entsorgung ist in diesem Bereich nicht zulässig. Sollten dort Bäume vorgefunden werden, wird dies der Kreisverwaltung zur Entfernung gemeldet.